Reparatur + Kosten - Automatische Rauchschürzen nach DIN EN 12101-1

Sep 2016

Brandschutzanlagen müssen instandgehalten und gewartet werden

Wurden in einem Gebäude die baurechtlich geforderten Sicherheitseinrichtungen eingebaut und ist die Inbetriebnahme Genehmigung erteilt worden, so geht die Verantwortung für den sicheren Betrieb der Anlagen auf den Bauherrn über.

Der Bauherr muss als Betreiber dafür sorgen, dass zum Beispiel Anlagen für den Brandschutz instandgehalten und gewartet werden und zu jeder Zeit Funktionstüchtig sind. Nur so kann das wichtige Schutzziel, die Entstehung eines Brandes, die Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten ermöglicht werden.

Automatische Rauchschürzenanlagen nach DIN EN 12101-1 sind Bestandteil einer Anlage für die Rauch- und Wärmefreihaltung innerhalb von Gebäuden und somit wichtige Systeme zur Aufrechterhaltung der Schutzziele. Diese Anlagen werden in unterschiedlicher Art in Gebäuden eingesetzt und oftmals als „nicht sichtbarer Brandschutz“ in abgehängten Deckenkonstruktionen integriert.

Brandschutzanlagen müssen instandgehalten und gewartet werden

Einschränkung der Nutzung

Ist ein Sicherheitssystem, zum Beispiel für die Rauch- und Wärmefreihaltung nach DIN EN 12101, defekt, ist zwangsläufig die Nutzung des Gebäudes eingeschränkt oder die Nutzung muss sogar eingestellt werden. Halten sich viele Personen in Gebäuden auf, sind das sehr sensible Versammlungsstätten mit besonderen Anforderungen an den Brandschutz.

Gerade bei Bauwerken dieser Art ist es von großer Bedeutung die Systeme für den Brandschutz immer und zu jeder Zeit in funktionsbereitem Zustand zu halten.

Schadensfall trotz Wartungsfreiheit bei Rauchschürzenanlagen

Die Komponenten der automatischen Rauchschürzenanlage sind in der Regel Wartungsfrei. Die Dauerfunktionsprüfung nach der Produktnorm DIN EN 12101-1 mit 1000 Bewegungszyklen bestätigt die Funktionstüchtigkeit der Anlagen für einen langen Zeitraum, ohne das Teile verschleißen und ausgetauscht werden müssen.

Automatische Rauchschürzenanlagen befinden sich im Normalfall aufgerollt und in alarmbereiter Position, wodurch sie wenig anfällig für Schäden sind.

Kommt es zum Reparaturfall, sind oft äußere Einflüsse dafür verantwortlich. Werden zum Beispiel die Bewegungsbereiche der Rauchschürzenanlage mit Gegenständen versperrt, ist ein Schaden unausweichlich. Fährt die Rauchschürze auf ein Hindernis, kann sich das Beschwerungsprofil verformen, das Tuchgewebe kann einreißen und beim rückfahren kann es passieren, dass Falten am Gewebe entstehen, was wiederum zur Verhakung des Tuches im Wickelgehäuse führen kann.

Dadurch wird die gesamte Rauchschürzenanlage außer Funktion gesetzt und der Brandschutz  ist eingeschränkt!

Zugänglichkeit zur Rauchschürzenanlage spart wertvolle Zeit

Zugänglichkeit zur Rauchschürzenanlage spart wertvolle Zeit

Automatische Rauchschürzenanlagen sind in Bürogebäuden noch relativ leicht zugänglich, bei Flughäfen, U-Bahnstationen oder Messehallen jedoch stellt sich dies ganz anders dar.

Sobald Arbeiten an den Anlagen durchgeführt werden müssen, ist das oft nur mit großem Aufwand möglich. Nicht nur die Position der automatischen Rauchschürzenanlage in großer Höhe verursacht eine längere Zeit für die Reparatur, sondern auch die Art, wie diese in der Gebäudekonstruktion eingebaut sind.

Müssen, um an die defekten Anlageteile zu gelangen, erst Deckenverkleidungen aufwendig demontiert werden, schlägt sich das natürlich auf die Reparaturzeit nieder. Um dem Vorzubeugen sollten bereits in der Gebäudeplanung die Zugänglichkeit von automatischen Rauchschürzenanalgen berücksichtigt werden, um im Schadensfall schnell reagieren zu können.

Automatische Rauchschürzenanlagen mit ästhetischen Eigenschaften können zum einen die Anforderungen der Architekten an die Ästhetik erfüllen ohne den Brandschutz negativ zu beeinflussen.

Diese Systeme lassen sich in unterschiedliche Deckenkonstruktionen integrieren und sind notfalls im gesamten Anlagenverlauf von Unten öffenbar. Im Fall einer Reparatur wird so wertvolle Zeit gespart und die Ausfallzeit der Brandschutzanlagen auf ein Minimum begrenzt.

Vorbereitung für den Ernstfall

Im Ernstfall kostet Zeit Menschenleben. Bereits vor der Inbetriebnahme des Gebäudes können zwischen den beteiligten Personen, wie Betreiber, Brandschutzbeauftragte, Feuerwehr und der Behörde Szenarien definiert werden, auf deren Grundlage Gegenmaßnahmen erarbeitet werden, um im Worst-Case-Fall richtig zu reagieren und um keine wertvolle Zeit zu verlieren.

Voraussetzung hierfür ist, dass jedes einzelne System für den Brandschutz, im Hinblick auf mögliche Ausfallkomponenten, beurteilt wird. Nur so können effektive und zeitsparende Maßnahmen für den Reparaturfall der automatischen Rauchschürzenanlage ausgearbeitet werden.

Es kann sogar erforderlich sein, dass spezifische Anlagekomponenten im Objekt vorgehalten werden, welche im Reparaturfall sofort verfügbar sind. Das für diese Fälle speziell geschulte Servicepersonal kann dann in kürzester Zeit die automatische Rauchschürzenanlage reparieren und in den funktionstüchtigen Zustand versetzen.

Zeit ist Geld

Zeit ist Geld

Unterschiedlich aufgebaute Produkte können auch unterschiedlich hohe Kosten bei Reparaturen verursachen, was zwangsläufig zu einer erheblich längere Ausfallzeit der Brandschutzanlage führen kann. In den meisten Fällen werden die Kosten durch die aufwendigen Montagearbeiten verursacht.

Ist ein Rauchschürzentuch oder ein Motorantrieb defekt, lassen sich zum Beispiel bei automatischen Rauchschürzenanlagen, mit einzeln im Gehäuse gelagerten Wickelwellen, diese relativ zügig austauschen und die Ausfallzeit der Anlagen minimieren. Die Arbeiten konzentrieren sich in diesem Fall ausschließlich auf den betroffenen Bereich.

Bei Produkten mit einer durchgehenden Wickelwelle ist der Aufwand wesentlich größer. Das Tuch, zum Beispiel, muss vor Ort aufwendig von der Wickelwelle demontiert und ein neues Gewebe darauf befestigt werden und vor Ort vernäht werden.

Ist bei diesen Produkten ein Rohrmotor defekt, ist die Reparatur noch komplexer, da in diesem Fall viele Komponenten über eine große Strecke demontiert werden müssen, um den Austausch des defekten Rohrmotor vornehmen zu können. Die Reparatur umfasst einen relativ großen Bereich, was zum einen zeitintensiv und natürlich mit hohen Kosten verbunden ist.

Fazit

Automatische Rauchschürzenanlagen, nach DIN EN 12101-1, können bei regelmäßiger Wartung über viele Jahre das wichtige Schutzziel bei der Rauch- und Wärmefreihaltung innerhalb von Gebäuden unterstützen. Bei Ausfall und Reparatur muss die automatische Rauchschürzenanlage umgehend wieder instandgesetzt werden. Gegebenenfalls sind für die Ausfallzeit Maßnahmen zu treffen, um den Brandschutz für die Dauer der Reparatur aufrecht zu erhalten.

Bereits bei der Planung sind Brandschutzingenieure und Architekten gefordert, um ein auf Dauer sicheres und Reparaturfreundlichens Produkt für die Rauch- und Wärmefreihaltung einzusetzen.

Hersteller von Brandschutzsystemen sind in der Pflicht Produkte zu entwickeln, welche schnell und effektiv repariert werden können.

Einen Blick in die Zukunft

Mein nächster Beitrag zu Rauchschürzenanlagen behandelt das Thema: „Verantwortung für die Sicherheit“

Klaus-Jürgen Lemke, Sales Support CoE

Klaus-Jürgen Lemke
Sales Support - Center of Excellence

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