Faltschiebeläden aus gelochtem Aluminium für den Sonnenschutz

Faltschiebeläden als außenliegender Sonnenschutz

Zwei auf den ersten Blick entgegen gesetzte Wirkungen wollten die Planer dieses Neubaus erzielen: Optimalen Schutz vor zuviel Sonneneinstrahlung und eine sanfte Abschirmung gegen die Außenwelt sowie gleichwohl Transparenz und eine gute Durchsicht von innen auf die Bergwelt. Faltschiebeläden aus gelochtem Aluminium hieß die Lösung hierfür.

Sonnenschutz - Faltschiebeläden aus gelochtem Aluminium am KHZ Innsbruck Die geöffneten außenliegenden Faltschiebeläden stören weder Rahmen noch Gestänge die Aussicht. Insgesamt verbaute Colt etwa 200 Faltschiebeläden Sind die Faltlamellen geschlossen, so spannen sie sich wie eine zweite Haut zwischen die Lüftungselemente. Die Faltschiebeläden bilden neben den fest stehenden Fenstern und den Lüftungskästen eines der drei Hauptelemente der Fassadengestaltung. Mit Hilfe von Schlitten lassen sich die Lamellen in horizontaler Richtung verschieben.

Sonnenschutzanlage wie zweite Haut

Sie ist wie eine zweite Haut, die Sonnenschutzanlage vor den Fenstern des Kinder und Herzzentrums in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Sie ist funktional, attraktiv und gibt dem Gebäudekomplex ein charakteristisches Aussehen. Das Areal des Tiroler Landeskrankenhauses mit Universitätskliniken, zu dem das Kinder- und Herzzentrum gehört, liegt in der Innenstadt von Innsbruck. Beim Neubau dieses Spezialklinikums spielten deshalb auch städtebauliche Gesichtspunkte eine wichtige Rolle. Die Gebäude – es wurde ein neues Klinikgebäude errichtet und der bestehende Flachbau der Frauen-Kopf-Klinik dreigeschossig aufgestockt – sollten sich selbstbewusst in die rechtwinklige Struktur des Stadtviertels zwischen der Maximilianstraße, der Kaiser-Joseph-Straße und der Innerkoflerstraße einfügen.

Die Architekten Nickl & Partner aus München, die über weitreichende Erfahrung im Klinikbau verfügen, wollten dem Tiroler Krankenhausareal ein Zentrum geben, das Ordnung und Orientierung gibt. Für die Gebäude des Kinder- und Herzzentrums war ihnen zudem eine menschliche Maßstäblichkeit besonders wichtig: “Die Materialität und die Schichtung der Fassaden spielen hierbei einen große Rolle“.

Faltschiebeläden als Pufferzone vor Außenwelt
Faltschiebeläden als Pufferzone vor Außenwelt

Faltschiebeläden als Pufferzone vor Außenwelt

Nickl & Partner entschieden sich deshalb, die Fassaden der neuen Gebäude mit einer zusätzlichen Schicht aus Faltschiebeläden auszustatten:

„Diese Pufferzone gewährleistet nicht nur ein ausgeglichenes Raumklima, sie wirkt gleichzeitig wie ein zusätzlicher Schutz gegenüber den Belastungen durch den Straßenraum“.

Und weil kranke Kinder ein erhöhtes Bedürfnis nach Wärme und eine verstärkte Empfindsamkeit gegenüber Temperaturschwankungen haben, hatte die Herstellung einer Atmosphäre von Geborgenheit und Schutz vor unkontrollierten Einfall von Licht und Sonneneinstrahlung bei den Planern Vorrang. Colt International konzipierte für die Klinikbauten ein System aus Faltschiebeläden, die nicht nur die angestrebte klimatische Wirkung nach innen entfalten, sondern dem Gebäude eine attraktive Ausstrahlung geben. Die Lamellenfassade schützt vor zuviel Sonnenlicht und schirmt die Innenräume schützend von der Außenwelt ab. Dabei fügen sich die Faltschiebeläden harmonisch in die Elemente der Fassadengestaltung der neuen Klinikgebäude ein: fest stehende und über die gesamte Geschosshöhe reichende Fenster wechseln sich ab mit senkrecht angeordneten Lüftungskästen. Die Seitenflächen dieser Lüftungskästen leuchten in warmen Rot-, Orange- und Gelbtönen. Sind nun die Faltschiebeläden geöffnet, so „parken“ sie neben diesen farbigen Lüftungskästen. Und weil die Lamellen schmaler sind als die Lüftungskästen, bleiben die farbigen Flächen auch bei geöffneten Faltschiebeläden sowohl von außen als auch von innen sichtbar. Sind die Faltschiebeläden hingegen geschlossen, so spannen sie sich regelrecht zwischen den Lüftungselementen aus. In dieser Position unterstreichen sie auf besonders markante Weise die Wirkung der farbigen Kästen.

Faltschiebeläden sorgen für barrierefreie Sicht

Lichtdurchlässige Faltschiebeläden am KHZ Innsbruck
Lichtdurchlässige Faltschiebeläden am KHZ Innsbruck

In der direkten Aufsicht wirkt die Fassade sehr homogen und beruhigend, denn die Lamellen und die frontalen Abdeckungen der Lüftungskästen sind beide aus champagnerfarbenem Lochblech (farblich eloxiert, E6C31) gefertigt. Colt International installierte an den beiden Gebäudekomplexen insgesamt etwa 200 Faltschiebeläden. Jeder Faltschiebeladen besteht aus sechs bis zehn Lamellenelementen aus Lochblech (Rv4–8) und ist bis zu 4 m hoch (Neubau: 300 mm Breite x 360 mm Höhe, Altbau: 400 mm x 400 mm). Die einzelnen Lamellen sind bis zu 4 m hoch, zwischen 30 und 40 cm breit und durch Scharnierbänder miteinander verbunden. Sind die Faltschiebeläden geöffnet, so stören weder Rahmen noch Gestänge die Aussicht nach draußen oder das Bild der Fassade von außen. Für diese barrierefreie Sicht und für die sehr ästhetisch wirkende Leichtigkeit ist die spezielle Öffnungs- und Schließmechanik der Faltschiebeläden verantwortlich.

Synchrone Bewegung der Faltschiebeläden

Die Faltschiebeläden liegen auf horizontal verlaufenden Führungsschienen. In diesen Führungsschienen sind Laufwagen montiert, auf denen jeweils jede zweite Lamelle eines Faltschiebeladens befestigt ist. Mit Hilfe dieser „Schlitten“ lassen sich die Lamellen in horizontaler Richtung verschieben und auf diese Weise zusammenfalten. Die beiden äußeren Laufwagen oben und unten sind mit einer Antriebswelle verbunden, welche eine synchrone Bewegung gewährleistet. Die Antriebswelle ist über ein Stirnradgetriebe an einen Elektromotor gekoppelt. Der Antrieb hat zwei einstellbare Endschalter, welche den „Fahrweg“ der Laufwagen definieren. Aus ihrer Parkposition, bei der die Faltschiebeläden zusammengefaltet an einer Fensterseite stehen, gleiten die Läden vor das Fenster: Der Laufwagen der äußersten Lamelle zieht dabei die anderen Laufwagen durch die miteinander gelenkig verbundenen Lamellen mit – der Laden entfaltet sich. Beim Erreichen der geschlossenen Position stoppt der erste Endschalter den Elektroantrieb. Beim Öffnen funktioniert das Ganze umgekehrt: Der Laufwagen der äußersten Lamelle schiebt alle anderen Laufwagen inklusiv Lamellen zusammen bis alle Elemente zusammen gefaltet nebeneinander stehen. Ist die Ruheposition wieder erreicht, stoppt der zweite Endschalter den Elektroantrieb. Der Antrieb ist schallentkoppelt, die Vibration der Motoren wird nicht nach innen geleitet.

Versetzte Lochung gibt Durchblick frei

Bei aller Abschirmung vor zuviel Sonneneinstrahlung und Schutz vor der hektischen Außenwelt weisen die Faltschiebeläden eine sehr hohe Transparenz auf. Die Sicht von Innen nach außen ist fast ungetrübt. Möglich wird es durch die spezielle Lochung der Aluminiumlamellen: Es handelt sich um eine Rundlochung mit versetzter Anordnung. Der Lochanteil beträgt 28 %. Der Durchmesser der einzelnen Löcher misst 4 mm, der Abstand von Lochmitte zu Lochmitte 8 mm (Rv4–8). In der „Hauptstadt der Berge“, wie Innsbruck sich gern nennt, hat dieses Detail große Wirkung: Auch bei geschlossenen Faltschiebeläden kann man fast von jedem Raum aus das unvergleichliche Tiroler Alpenpanorama genießen, ohne dass man auf den Schutz verzichten muss.

Projektdetails
© 2017 Colt International Licensing Limited
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