Was sind FC-Werte und wozu benötige ich diese?

Lochblechlamelle - Colt Sonnenschutz - Zwischen hohem Lichtdurchlass und herausragendem FC-Wert
Lochblechlamelle - Colt Sonnenschutz - Zwischen hohem Lichtdurchlass und
herausragendem FC-Wert

Um Gebäude im Sommer vor zu viel Sonneneinstrahlung zu schützen, errichtet man außenliegende Sonnenschutzanlagen. Diese Anlagen sorgen dafür, dass ein angenehmes Raumklima ohne Einsatz von energieintensiven Klimaanlagen entsteht. Ziel ist es immer, so wenig kurzwellige Solar- bzw. langwellige Wärmestrahlung wie möglich in das Gebäudeinnere eintreten zu lassen. Im Winter erzielt man durch eine solche Anlage gegenteilige positive Energieeffekte, indem der Heizwärmeverlust nach außen gemindert wird.

In Deutschland wird der Nachweis eines ausreichenden, sommerlichen Wärmeschutzes durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) für Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen von Gebäuden eindeutig gefordert und in DIN 4108-2 geregelt. Doch wie ist dieser Nachweis zu führen? Wir werfen einen Blick auf die physikalischen und technischen Hintergründe.

Die Bauphysik betrachtet in der Berechnung des Wärmeschutzes immer den sogenannten gtot-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad), der so weit wie möglich abgesenkt werden muss. Ein wichtiger Teil der gtot -Wert-Berechnung ist der Energieabminderungsfaktor.

Der Energieabminderungsfaktor eines außenliegenden Sonnenschutzes wird in Kurzform FC-Wert genannt und beschreibt die prozentuale Verringerung des g-Wertes einer Verglasung durch die außenliegende Sonnenschutzanlage auf einer Skala von 0 bis 1, wobei 1 der schlechteste Wert wäre und 0 der theoretisch beste Wert.

Der FC-Wert gibt dementsprechend an, wie viel prozentuale Abminderung zusätzlich zur Verglasung durch den Sonnenschutz erreicht werden kann.

Die Berechnung des FC-Wertes wird deshalb logischerweise immer individuell für jedes Bauwerk betrachtet, da er eine Kombination aus Sonnenschutz und dem g- Wert der eingesetzten Verglasung darstellt. Hierbei wird eine ganzjährige Betrachtungsweise zu Grunde gelegt und das Gebäude nach den einzelnen Ausrichtungen bewertet.

Um die bauphysikalischen Anforderungen an den gtot-Wert erfüllen zu können, liegen die Anforderungen an den FC-Wert meistens zwischen 0,2 und 0,35.

In Kurzform:

g-Wert

Der G-Wert ist der Energiedurchlassgrad der Verglasung und gibt an, wie hoch der Anteil der Sonnenenergie ist, der durch die Verglasung gelangt. Der Wert kann zwischen 0 und 1 liegen, wobei 1 einem Energiedurchlass von 100% entspricht.

FC-Wert

Der FC-Wert ist der Abminderungsfaktor, der sich aus dem Verhältnis des gtot-Wertes und dem g-Wert der Verglasung ergibt. Er wird folgendermaßen berechnet:

FC=gtot/g.

In die Berechnung des FC-Wertes geht also immer auch der g-Wert der Verglasung mit ein. Deshalb muss der FC-Wert für Sonnenschutzanlagen immer individuell berechnet werden.

gtot-Wert

Der Gtot-Wert ist der Gesamtenergiedurchlassgrad der Kombination Sonnenschutz und Verglasung.

Markus Ticheloven Senior Consultant Solar Shading

Autor:
Markus Ticheloven

Senior Consultant Solar Shading

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